1968-1970 Die Gruppe COOM

CoomCenter_Koeln.jpgDie Gruppe COOM war eine lose Verbindung von Malern, Schriftstellern und Aktionskünstlern, die in gemeinsamen Aktionen oder auch mit Soloprojekten ihren Beitrag zur "Revolutionierung der bürgerlichen Kunstanschauung" leisten wollten und es auch taten. Richard Bargel trat der Gruppe 1968 bei, die in den verbliebenen Räumen eines zerbombten Altbaus an der Luxemburgerstrasse in Köln das "COOM-Center" gründeten und dort mit Ausstellungen, Theaterstücken, Lesungen, Aktionskunst und Happenings auf sich aufmerksam machte. Richard Bargel präsentierte sich dort mit Zeichnungen, Druckgrafiken, Aktionskunst, gab Konzerte und trat als Schauspieler auf.

1969-1971 Die Tabernakel Kommune

Tabernakel_Poster_von_RichardBargel_Koeln1970.jpgEnde 1969 traf Richard Bargel auf Klaus von Wrochem - heute bekannt als "Klaus, der Geiger". Gemeinsam gründeten sie die Künstler-Kommune "Tabernakel", deren Mitgliederzahl zwischenzeitlich auf über 15 Personen anwuchs. Ihr Domizil fand die Gruppe in den weitläufigen Erdgeschoss- und Kellerräumen eines Altbaus, An der Bottmühle 5, in der Kölner Südstadt. Hier lebten und arbeiteten die Kommunarden und eröffneten, neben einer glasüberdachten Teestube, in den Kellergewölben Räume für Konzerte, Theater und Aktionskunst. Dort fanden auch die Vorbereitungen und das Training der Mitglieder für die selbst verfassten Theater- und Musikstücke statt, die auf den Grundlagen des "Living Theaters" erarbeitet wurden. Ihren Lebensunterhalt verdiente sich die "Tabernakel-Gruppe" mit Strassenmusik. Richard Bargel initierte hier sein erstes Puppentheater, welches fortan jeden Sonntag Scharen von Kindern anzog. Als Tabernakel-Band ging man bis hinauf nach Berlin auf Tournee, ließ aber auch andere Bands, wie "Ton Steine, Scherben" oder "Can" im Tabernakel auftreten.Tabernakel_Kommune_Koeln1970.jpg
Obwohl die Tabernakelleute als Strassenmusiker große Zustimmung von der Kölner Bevölkerung erhielten, wurde diese Form des Broterwerbs bis dato von der Stadt Köln nicht geduldet. Fast regelmäßig wurden die Musiker durch Polizeikräfte von der Straße geholt und in die Arrestzellen des Polizeipräsidiums am Waidmarkt verfrachtet. Auch auf die Aktivitäten im Tabernakel-Haus reagierte das Establishment mit den damals üblichen, weit überzogenen Reaktionen. Fortwährende Razzien mit massivem Polizeiaufgebot und Absperrung des gesamten Häuserblocks, zivile Drogenfander, Undercover-Spitzel, gedungene Schläger und Unruhestifter führten bald zu alptraumhaften Zuständen in der Kommune. Zudem stand die Tür für jedermann Tag und Nacht offen. Dieses aufreibende Leben, sowie die fortschreitende, politische Radikalisierung der Kommune die u Beginn als reine Künstlergruppierung angetreten war, veranlassten Richard Bargel "Tabernakel" zu verlassen und eigene Wege zu gehen.

1972-1974 Das "Lumpentheater"

RichardBargels_Lumpentheater.jpgDie Kölner Südstadt war auch der Geburtsort des "Lumpentheaters", welches Richard Bargel 1972 gründete und in einem Altbau am Martin Luther Platz aufbaute. Die selbstverfassten Stücke kamen mit Handpuppen, großen Masken, überdimensionalen Puppen und Schauspielern, sowie skurrilen Requisiten zur Aufführung. Aufführungsorte waren städtischen Veranstaltungen, Theater, Strassen, Kinderspielplätze, Parks und Wohnsiedlungen der sozial Schwachen. Das Theater im Bonn-Center engagierte das Lumpentheater für regelmässige Auftritte. Die einmalige Mischung aus Puppentheater, Schauspiel, Comedie, Aktions-, Mitspiel- und Improvisationstheater, gepaart mit einem Hauch von fahrendem Volk, traf den Nerv der Zeit und das Lumpentheater wurde sehr schnell bekannt. Dies führte sogar zu einer WDR-TV-Reportage für die seriöse ARD-Kultursendung "Titel Thesen, Temperamente". Ein Einbruch in das Atelier von Richard Bargel, (welcher mittlerweile in die Räumlickeiten eines gemeinsam mit einem freien Kinderladen betriebenen Hauses am Kölner Zoo umgezogen war) bei dem sämtliche Puppen und Requisiten entweder mutwillig zerstört oder auch entwendet wurden, führten Anfang 1974 zum abrupten Ende des Lumpentheaters. Aufgeführte Stücke: "Hänneschen oder die Räuberstadt"; "Meierbär versteht die Welt nicht mehr"; "Hamster Grabsch von Grabschenfels"; "Die tanzende Säge".

Kölnische Rundschau (Auszug), 15.06.1972 | Mit Tschingbum und Flötentönen unterwegs
Mit Tschingbum, Trompetenstössen und einem zweirädrigen Karren geht es durch die Strassen, zu einem freien Platz, einem Park oder einen Grünstreifen. Das Lumpentheater kommt! Wer allerdings einen Tanzbären erwartet hat, wird enttäuscht. Aber sonst ist alles da, was Kinderherzen im Jahr 1972 zwischen Benzinabgasen und Motorradgeknatter höherschlagen lässt: Mummenschanz, ein Hauch von fahrendem Volk und Flötentöne des Rattenfängers von Hameln. Am vergangenen Samstag hatte das Lumpentheater am Severnstor Premiere. Die Bühne, auf dem erwähnten Karren installiert, besteht aus einem 40 Meter langen und ein Meter breitem Papierband, das mit bunten Bildern bemalt ist und nach Art eines Filmstreifens an einer Kurbel weitergedreht wird, wobei Erklärungen abgegeben werden. Die Geschichte: Hänneschen oder die Räuberstadt: Thema: Kinder in der Großstadt. Chef der Lumpentruppe ist der 1,98 Meter große Richard Bargel (21), der sich durch einen Riesenzylinderhut aus Pappmaché noch größer macht. Die Vorführungen im Freien sind kostenlos. Wo das Lumpentheater auftaucht, laufen die Kinder zusammen, packen die Mütter auf der Parkbank ihr Strickzeug ein, kommen die Omas mit neugierigen Blick herbei und heben Väter die Kleinen auf die Schultern. Und manche Mutti, die heile Welt im Park suchend, und so mancher Opa mit viel Disziplinbewußtsein, dürften vielleicht erschrecken, wenn die Theaterleute mit ihrem tara und ihrem Anliegen für sich frei bewegende Kinder daher kommen. Die Lumpenleute wissen das. Und rechnen damit. Kurt Leroff

Gereral-Anzeiger Bonn (Auszug) 12.12.1972 | Kölner "Lumpentheater" im Bonn-Center
Es war eine richtige große Kinder-Gaudi, dieses Puppenspiel "Grabsch von Grabschenfels", mit dem das Kölner "Lumpentheater", ein Strassen- und Puppentheater, im Foyer des Bonn-Center-Theaters gastierte.
Da gab es viel zu sehen, nicht nur den Kasper im heiteren Gespräch mit den beiden Hamstern, da richtete auch der große Hund Bello hilfreiche Botschaften aus, und in überlebensgroßer Maske streute der eisige Herr Winter Unmengen Papierschnee ins begeisterte Kinderpublikum. Und am Ende wurde der egoistische Grabsch sogar von einem richtigen Geier geholt! Das Lumpentheater hat sich moderne pädagogische Gesichtspunkte zu eigen gemacht: Im spontanen, improvisierten Theater sind sie bestrebt, die Kinder aktiv mit einzubeziehen. In anderen "offenen" Stücken können die Kinder die Lösungen selbst herbeiführen. Außerdem erfahren sie nützliche Dinge über ihre eigene Situation, erhalten Hinweise, wie sie sich zusammenschließen können.  L. Lichtinghagen

1976 Rolling Blues Review

RollingBluesReview_Poster.jpgAls Richard Bargel von der Volkshochschule Köln engagiert wurde Kurse über dieRollingBluesReview_AnzeigeKSTA.jpg "Entstehung und das Wesen des Blues" zu halten, war der Schritt vom theoretischen Vortrag zu einer musikalischen Darstellung der Geschichte des Blues auf einer Konzertbühne kein allzu großer mehr. Mit einer 8-köpfigen Band, darunter Mitglieder der damals bekannten "Uli´s Blues Band" aus Bonn, setzte er seine Idee in eine dreistündige Musikshow um. Die "Rolling Blues Review" kam erfolgreich in mehreren Städten der BRD zur Aufführung. In Köln und Bonn stieß als Special Guest der amerikanische Bluespianist Eddie Boyd hinzu. In Hannover wirkte der legendäre Bluespianist Champion Jack Dupree mit und lieferte sich mit Eddie Boyd eine unvergessliche "Battle Of Pianos". Mitwirkende : Uli Kösel, Richard Bargel, Hansi Rehse, Heiner Buitkamp, Marcel Becker, Michael Balk, Rolf Schumacher, Reiner Appelrath, Stefan Ulanowski.

1981-1983 Puppentheater Montpellier-Frankreich

Montpellier_Frankreich_Bargels_Puppentheater.jpgIm Winter 1977 zog Richard Bargel für mehrere Jahre nach Montpellier in Südfrankreich. Dort kam er mit den Organisatorn des "Maison de Heidelberg", (die Partnerstadt von Montpellier ist Heidelberg) in freundschaftlichen Kontakt. Seine Idee, dort ein deutschsprachiges Puppentheater zu etablieren, stieß bei den Organisatoren auf begeisterte Zustimmung. Bargel erarbeitete mit seiner damaligen Partnerin Gabriele Falk die Stücke, schuf Puppen, Bühne, Kulissen, Requisiten und die erforderliche Technik. Es kam zu vielen erfolgreichen und gut besuchten Veranstaltungen, so daß in Erwägung gezogen wurde, das Theater auch auf Tourneé erst durchs Languedoc, evtl dann auch durch ganz Frankreich zu schicken. Die Idee konnte nicht mehr umgesetzt werden, da Richard Bargel sich Mitte 1984 entschloß nach Deutschland zurückzukehren um sich dort intensiver seiner Musikerkarriere zu widmen.

1985-1988 Popocatepetl-Blues

Popocatepetl_Blues_Veranstaltungen_Koeln.jpgIn einem weiträumigen Lokal, dem "Popocatepetl" auf der Severinstrasse, gegenüber dem damaligen "Trude Herr Theater" in der Kölner Südstadt, etablierte Richard Bargel 1985 eine Konzert-Reihe, deren Schwerpunkt auf Blueskonzerten lag. Es traten aber auch Jazz- Rock- und Salsa Bands auf. Die Konzerte wurden von Künstlern wie Jonny Heartsman, Sylvia Drostes Voicings, Charlie Musselwhite, Lazy Lester, Big Joe Duskin, Katie Webster, Little Willie Littlefield, Angela Brown, Louisiana Red, Alex Merck Group, Perry Robinson Band, The Chicago Allstars, Bill Ramsey, Dr. Ross, Fernest Arceneaux, The Big Town Play Boys, Carey Bell, Eddy C. Campbell, Big Time Sarah & The Kölsch Allstars (die damalige Richard Bargel Band), u.v.m. bestritten. Auf Grund der Beschwerden wegen Lärmbelästigung nur eines Nachbarn verfügte das Kölner Ordnungsamt schließlich die Einstellung der beliebten und stets gut besuchten Konzertreihe.

1987 Benjamin Blümchen Show

Telefant_mit_MichaelSchanze_ARD-TV-Show_mit_RichardBargel.jpgIm den Jahren 1985-1987 wurde Richard Bargel für die von der ARD ausgestrahlte und vom WDR produzierte TV-Familienshow "Telefant", mit Moderator Michael Schanze, als Sprecher engagiert. Bargel verlieh der Großfigur im Studio, dem TELEFANT, der während der fast zweistündigen Live-Show Michael Schanze als Dialog-Partner diente, seine Stimme. Dies führte 1987 zu dem Auftrag einer Konzert-und Eventagentur aus Köln, eine ähnliche Spiele-Show mit der Kinder-Kult-Figur "Benjamin Blümchen" (ebenfalls ein verniedlichtes Elefantentier) als Bühnenereignis für größere Hallen auf die Beine zu stellen. Mit der Regie-Assistentin Gabriele Falk schrieb Bargel das Script, komponierte Songs, entwarf das Bühnenbild, baute Kulissen und Requisiten, engagierte Schauspieler, führte Regie und trat im Kostüm einer überdimensionalen Großfigur eines Elefanten, die von der WDR-Kostümbildnerin Uschi Köhl gebaut worden war, als "Benjamin Blümchens" auf. Die Premiere fand am 13.12.1987 im großen Veranstaltungssaal des "Bürgerhaus Hürth" bei Köln statt. Weitere Veranstaltungen vor ausverkauften Häusern folgten.

Kölner Stadtanzeiger, Dezember 1987 | Fast wie WeihnachtenBenjaminBluemchen_Show_von_RichardBargel.jpg
Hürth. Zum ersten Mal hieß es "Trörööö" im Bürgerhaus Hürth. Der Grund hierfür war ein riesengroßer Elefant. Und da es auch noch ein sprechender Elefant war, konnte es sich nur um Benjamin Blümchen handeln. Den Kindern in ganz Deutschland ein Begriff, platzte der Römersaal fast aus allen Nähten. Ein großes HALLO gab es da, als Benjamin Blümchen die Bühne betrat. Und er war nicht allein gekommen. Karla Kolumna, die rasende Reporterin, Karl, der spaßige Helfer von Benjamin und alle guten Bekannten. Eine bunte Spieleshow bot er den Kindern, bei der alle mitspielen konnten. Drei Mannschaften gab es; eine rote, eine gelbe und eine blaue, so daß alle Kinder zum Zuge kamen. "Rund um Benjamin Blümchen" hieß das Motto, und die Kinder spielten begeistert mit. "Für die Kleinen ist heute schon fast wie Weihnachten", urteilte eine Mutter, während ihre Jüngste laut nach dem sprechenden Plüschtier rief. Eine solche Stimmung und Begeisterung erlebt man sonst bei Kindern nur im Zirkus. Ein Hauch von Zirkus war es auch, der die Kinder so entzückte. Und dann war da ja auch noch der entflohene Affe. Gemeinsam mit Benjamin Blümchen und seinen Freunden gelang es dann, den Affen wieder einzufangen und ihn zu zähmen. "Das ist schon toll, Benjamin mal in echt zu sehen. Sonst ist er ja immer im Cassettenrecorder", stellte ein Sechsjähriger fest.

1991-1993 Blues World u. weitere Konzertreihen

BluesWorld_Konzertreihe_vonRichardBargel.jpgIn Zusammenarbeit mit der Konzertagentin Dagmar Neus richtete Richard Bargel in den Jahren 1991/92 im Konzertsaal des "Bürgerhaus Stollwerck" in der Kölner  Südstadt eine Konzertreihe aus, die er "Blues World- International Bands On Stage" nannte. Präsentiert wurden die Veranstaltungen von dem Kölner Stadtmagazin "Kölner Illustrierte". In loser Reihenfolge traten bei "Blues World" u.a. auf: Mojo Pep Schottland), Eb Davis & the Radio Kings (USA,D), Oskar Benton Blues Band (NL), Richard Bargel Band (D), Paul Lamb & The King Snakes (GB), The Skywalkers (GB). In 1992 begannen sich die "Blues World"-Konzerte mit Bargels neu eingerichteter Blues Talk Show "Talkin´ Blues" zu überschneiden, die sich schneller als erwartet zu einem großen Veranstaltungserfolg entwickelte und bald Bargels ganze Zeit in Anspruch nahm. Aus diesem Grunde stellte er schließlich die "Blues World" Konzerte ein.
 
"Blues World" On Tour:
Der Versuch mit "Blues World"- Konzerten Abstecher in andere deutsche Städte zu machen, zum Beispiel am 21.10.1992 nach Ludwigshafen, ins "Haus der Jugend", wurde zwar dort von einem begeisterten Publikum aufgenommen, doch erschien dieses zahlenmäßig zu spärlich, und so endete der Abend zwar in musikalischer Seeligkeit aber für Dagmar Neus und Richard Bargel in einem mittelschweren, finanziellen Desaster. So blieb es bei diesem einen Versuch. Mitwirkende in Ludwigshafen waren: Angela Brown (USA), Christian Rannenberg (D) & Richard Bargel (D), sowie die schottische Band "Mojo Pep".

"Blues World": Christmas Blues & Gospel Nights
Erfolgreicher verliefen die "Christmas Blues & Gospel Nights" zu denen "Blues World" leider nur zweimal, jeweils zu BluesWorld_Christmas BluesAndGospel.jpgHeiligabend am 24.12.1992 mit: Sheila Garthwright (USA), Dennis LeGree (USA), Big Jay McNeely (USA), Melbra Rai (USA) und am 24.12.1993 mit Jean Carroll (USA), First Class Blues Band: Christian Rannenberg (D), Tommie Harris USA), Kevin Duvernay (USA), Steve Gannon (USA), Thomas Feldmann (D); Marion "La Diva" Radtke (D), Richard Bargel Band u.a. einlud. Doch auch hier gab es bei der zweiten Veranstaltung bereits ein unerwartetes Hindernis: Das Ordnungamt stellte sich plötzlich quer: 2 Wochen vor Heiligabend verbat es die Veranstaltung und berief sich auf den Feiertagsparagraphen. Der "Kölner Stadtanzeiger" griff das Thema in 3 (!) aufeinanderfolgenden Ausgaben engagiert auf. Es half alles nichts. Schließlich fand das Konzert doch noch als "geheime Veranstaltung", ohne Werbung, nur durch Mundpropaganda weitergegeben, in der "Mütze" in Köln-Mülheim statt. Verständlich also, daß sich nicht wie im Vorjahr 150 Interessierte einfanden.

BluesWorld_BoogieBreakfastBall.jpgThe Sensational Sunday Boogie´n Breakfast Ball
Am 03. 10, 1993 fiel der Staschuß zu einer weiteren Konzert-Reihe. Immer wieder Sonntags, zu einem prächtigen Frühstücks-Buffett, versorgten die deutschen Blues´n Boogie-Piano-Asse wie Christian Rannenberg, Uli Kron und Christian Bleiming, Leo von Knobelsdorf, u.a. auf Einladung von Richard Bargel in der Köln-Mülheimer "Mütze" die Gäste mit swingender und brodelnder Frühstücks-Atmosphäre. Doch schon am 04.12.1993 meldete der "Kölner Stadtanzeiger": "Kein Boogie mehr! "Rote Karte" für den sonntäglichen Frühstücksspaß mit Musik in der Mülheimer "Mütze". Auf Grund einer Verfügung des Ordnungsamtes (Klagen wegen Lärmbelästigung) darf der von D. Neus und Richard Bargel organisierte "Sensational Sunday Boogie´n Breakfast Ball" nicht mehr stattfinden - ab sofort bleiben Sonntags die Türen zu. Vorerst jedenfalls. Denn hinter den Kulissen laufen Überlegungen, wie die beim Publikum gut angekommene Reihe langfristig dennoch gerettet werden kann."

1992-2000 Talkin´ Blues Show & Talkin´ Blues Award

TalkinBluesLogo.jpgAus der Anfrage der Betreiberin des "Cafés am Park" im Kulturzentrum "Mütze" in TalkinBlues_LutherAllison_RichardBargel.jpgKöln-Mülheim eine Bluessession als Aufmunterung für das lau gehende Geschäft zu organisieren, entwickelte Richard Bargel ein bis dahin in Deutschland einmaliges Konzept, welches er im Oktober 1992 zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorstellte. Es war die Geburtsstunde der mittlerweile legendären und international bekannt gewordenen ersten deutschen Blues Talk Show "Talkin´ Blues", einer wöchentlichen Veranstaltungsreihe (jeweils Dienstags), die er gemeinsam mit dem deutschen Bluespianisten Christian Rannenberg moderierte. In den darauffolgenden 8 Jahren war die Créme de la Créme der internationalen Bluesszene bei "Talkin´ Blues" zu Gast, wie zum Beispiel Luther Allison, Johnny Copeland, Phil Upchurch, Götz Alsmann u.v.a.m. (Bild links: Luther Allison mit R. Bargel). 1998 etablierte Richard Bargel im Rahmen von "Talkin´ Blues" noch den ersten deutschen Bluespreis, den "Talkin´ Blues Award". Alles über Richard Bargels bis dahin erfolgreichstes Projekt "Talkin´ Blues" finden sie hier: www.talkinblues.de

1994-1995 Ernest Bornemann & Go Blue

ErnestBornemann_RichardBargel.jpgIm Jahre 1994 trafen sich drei recht unterschiedliche Herren in dem kleinen Büro des Bluesmusikers Richard Bargel in der Kölner Südstadt und bei Kaffee und einer guten Flasche teuren, irischen Whiskeys, eingehüllt in Schwaden von Tabakrauch, heckten sie etwas aus, was sie eine "szenisch-musikalische Begegnung" nannten, und die dann anläßlich des Kölner BALLROOM BLITZ zur Aufführung gelangte und für erinnerungsträchtiges Aufsehen sorgte: Das legendären Musikprojekt "GO BLUE meets Ernest Bornemann" war geboren ! Die Herren entpuppten sich als der Allround-Antropologe, vormalige Jazzmusiker, Bluesliebhaber, Sammler und Kritiker ERNEST BORNEMAN, der Kölner Jazz- und Weltmusik-Schlagzeuger und Percussionist KLAUS MAGES und der Kölner Künstler, Veranstalter, Bluessänger und Slidegitarrist RICHARD BARGEL. Mit der WDR-TV-Ausstrahlung eines weiteren Konzertes Anfang 1995 und dem tragischen Freitod Bornemanns im Juni des selben Jahres, schloß sich zunächst der kreative Kreis dieser einzigartigen Verbindung von Literatur und Musik. Der nachhaltige Eindruck den diese Performances bei Publikum und Medien hinterlassen hatten, bestätigten das musikalische Konzept von Richard Bargel und Klaus Mages und beide beschlossen eine Fortführung des Projektes.

Kölner Stadtanzeiger (Auszug) 28.11.1994
Wohl nicht mehr wiederholbar ist der Auftritt des renommierten Sexualwissenschaftlers Ernest Bornemann, der zu Blues- und Jazzklängen aus seinem Leben erzählte und Blues- und Musicaltexte rezitierte, die er in den 40er Jahren verfaßt hatte. "Es ist schon ein halbes Jahrhundert her, seit ich so etwas das letzte Mal gemacht habe", erklärte der knapp 80jährige. Musikalisch dezent, doch stets passend und treffend untermalt von Gitarrist Richard Bargel und Schlagzeuger Klaus Mages, berichtete Bornemann, wie er mit 18 Jahren vor den Nazis nach London geflüchtet war, dort Unterschlupf in einem Nachtlokal fand und mit Jazzgrößen wie Louis Armstrong und Duke Ellington musizierte.

Programmheft Festival "Rheinkultur"/Bonn 1995
Heute kennt man ihn insbesondere als renommierten Sexual-Wissenschafter, doch daß Ernest Bornemann in seinen jungen Jahren ein in England recht bekannter Jazzmusiker und Kolumnist des Blattes "Melody Maker" war, weiß kaum jemand. Als 18jähriger war Bornemann vor den Nazis nach London geflüchtet. In dieser Zeit kam der heute international geschätzte Allround- Anthropologe ("Das Patriachat", "Psychologie des Geldes") mit solch illustren persönlichkeiten zusammen wie Duke Ellington oder Orson Welles, mit dem er gemeinsam an verschiednen Drehbüchern schrieb, zusammen. Er schrieb Kabarett- und Musicaltexte, die u.a. von Kathrin Dunham und Eartha Kitt interpretiert wurden. In diesem Jahr, in dem Ernest Bornemann seinen 80sten Geburtstag begeht, sind seine gesamten Frühschriften von der Berliner Akademie der Künste als "Sammlung Bornemann" übernommen worden. Ernest Bornemann wird auf dem Rheinkultur-Festival Texte aus serinen Frühwerken, seinem Sexlexikon lesen, wird einige seiner frivolen Kinderverse vortragen oder auch einfach nur vergnüglich aus seinem Leben plaudern. Das Ganze wird eingebettet bzw. umrahmt von jazzig-bluesiger Musik gespielt von: Richard Bargel, Gesang und Slidegitarre, Klaus Mages, Schlagzeug, Martin Kübert, Keyboards und Stefan Potschka, Kontrabass. Man darf es getrost als kleine Sensation werten, daß das Projekt, das jüngst vom WDR-Fernsehen aufgezeichnet wurde, auf der "Rheinkultur" präsentiert werden kann.

1996 Das Musik-Projekt "Go Blue"

RichardBargel_KlausMages.jpgNach dem Freitod Bornemanns 1995 arbeiteten Richard Bargel und Klaus Mages weiter am musikalischen Konzept von "Go Blue". Auf der Basis von Blues-Roots-Elementen, funkigen Grooves und Jazz-Improvisationen entstanden in der Folgezeit Songs mit spezieller Dynamik, Charakteristik und dichter Atmosphäre. In enger Zusammenarbeit schufen Bargel und Mages neue Klangverbindungen von Solo-Gesang, vielschichtigen Gitarrenstimmungen, exotischer Ethno-Percussion, jazzigem Keyboard, funkigem Bass, Blues- und Worldmusik-Traditionen. Instrumente, die man gemeinhin nicht dem Repertoire des Blues-Musikers zuordnet, wie z.B. die "Berimbau", die "Udu" oder die spanische "Cajon"fanden, wie auch der subtile Einsatz elektronischer Musik, Eingang in die Stücke.

Wichtig war für beide Musiker, neben dem Band-Sound mit Bass und Keyboard, auch der Aspekt des Duo-Sounds, der Energie und Faszination des Kargen und Spartanischen, den Kombinationsmöglichkeiten von Gitarre, Stimme und den unterschiedlichsten Percussions -Instrumenten.

Das einzig vorliegende Album, die CD "Go Blue" (Taxim Records), bietet auf jeder Seite des außergewöhnlichen Songbooks einen neue Überraschung. Eine musikalische Reise geht vonstatten, die für den phantasiebegabten Zuhörer mit vielen Deja-Vu-Erlebnissen und bildhaften Assoziationen verbunden ist. Die Texte, die sich an der Blueslyrik orientieren, erzählen treffend und originell Geschichten aus dem Alltag, wie er rund um den Globus anzutreffen ist: Von Huren und Dieben, entäuschten Liebhabern und Machos, von Trennungsschmerz und Katzenjammer, von Großstadtsumpf und Alkoholexessen, von Krieg und Hölle, von dicken fetten Katzen oder der chinesischen Nachtigall.

Mit Martin Kübert am Keyboard, Fritz Roppel am Bass und den französischen Cajun-Spezialisten Yannick Monot haben sie zwei kompetente einfühlsame Mitstreiter gefunden, denen ebenfalls ein großer Beitrag zum Gelingen dieser Produktion zuzusprechen ist. Erwähnung finden sollte auch die Verwendung der Bilder von BILL TRAYLOR zur Gestaltung des Booklets, die diese CD nun zu einem kleinen Gesamtkunstwerk machen. Der afro-amerikanische Künstler, der um 1930 auf einer Straße in Montgomery/Alabama seine Kunstwerke auf Pappen und Verpackungsmaterial erschuf, und dessen Werke u. a. selbst im "Museum Of Modern Art" in New York hängen, erzählt in seinen Bildern ebensolche faszinierenden Geschichten, wie man sie in der Blueslyrik und somit auch in den Songs von Bargel und Mages wiederfindet.

2003 LesArtConcert-Performances

Lesartconcertperformance_Plakat.jpgRichard Bargels erste LesArtConcertPerormance, wie er sie nennt, kam 2003 im "Café Böll"RichardBargel_im_Buchhaus_Gonski.jpg im "Wallraff Richarz Museum" in Köln mit Texten aus seinem Buch "Ein Werwolf hockt im Kreidekreis, heult leise blaue Lieder" zur Aufführung. Bei diesen Performances verbindet er geschickt seine vielfältigen Talente als Sprecher, Musiker und Schauspieler und vermag so auch Zuhörer zu fesseln, die gemeinhin für Lesungen nur ein Gähnen übrig haben. Weitere Aufführungen fanden u.a. im großen Kölner Buchhaus "Gonski" und im renommierten Abtei-Gymnasium Brauweiler statt. Mittlerweile hat er weitere Programme erarbeitet u. a. die Lese-Show "Der nackte Wahnsinn" in der er humorvoll-skurrile und absurd anmutende Kurzgeschichten, Texte und Gedichte mit hinterhältig hintersinnigen Gedanken aus seiner schriftstellerischen Arbeit vorträgt. Mit ihnen attakiert er nicht nur die Lach- sondern auch die Gehirnmuskeln des Publikums. Ein gutes Training also für alle, die diese weiter aufbauen wollen!

2006 Le Livre-Tanzperformance mit Joëlle Abgrall

Tanzprojekt_LeLivre_mit_JoelleAbgrall.jpgAm 10.04.2006 entwarfen die Ballett-Tänzerin Joëlle Abgrall und Richard BargelTanzprojekt_LeLivre_mit_JoelleAbgrall.jpg die Grundzüge für diese Performance, die auf diversen Veranstaltungen zur Aufführung kam:
Auf der Szenerie steht ein überdimensionales großes Buch. Zu der live gespielten Musik öffnet es sich langsam. Deutlich sichtbar hängt ein goldenes Leseband aus dem Einband herab. Aus der Mitte des Buches taucht erst eine Hand, dann ein Arm, dann der Kopf, schließlich ein Bein und endlich der ganze Körper der Tänzerin auf. Sie trägt ein Trikot, bemalt mit Buchstaben, gleich denen auf den Buchseiten. Die Tänzerin wird zu einer Buchseite, klammert sich erst, wie Hilfe suchend, fest an die anderen Seiten, löst sich zögernd von ihnen, blättert von einer Buchhälfte auf die andere, knickt manchmal eselsohrig ein, bewegt sich dann aber, mutiger geworden, leicht schwankend und ohne den Halt der anderen Seiten, frei zwischen beiden Buchhälften hin und her. Es gelingt ihr sich dem Buch zu entreißen. Sie taumelt ein paar Schritte vom Buch hinweg und präsentiert sich stolz als individuelle Buchseite. Sie vollzieht die Schreibarbeit eines Autors auf der Schreibmaschine. Das Tippen des Textes auf ein eingespanntes Blatt Papier. Doch der Text missfällt, mehrmals wird die Seite weggeworfen und ein neues BlattTanzprojekt_LeLivre_mit_JoelleAbgrall.jpg eingespannt. Sie beginnt das Buch nun selbst zu lesen. Fasziniert gerät sie in dessen Bann, erliegt der Spannung der Story. Vergeblich versucht sie sich von dem Buch zu trennen, verheddert sich dabei in das Band. Immer enger wickelt es sich um ihren Körper, zieht sie tiefer in das Buch hinein. Erst als sie aufgibt sich zu wehren, gibt auch das Buch sie frei und das Band gleitet von ihrem Körper. Inspiriert vom Buchinhalt vertanzt sie verschiedene literarische Genres: Den Liebesroman, den Thriller, das Kinderbuch, den Sience-Fiction-Roman und auch das „Buch der Bücher“ - die Bibel. Bald gerät sie erneut in den Sog des Buches. Rückwärts schreitend, tritt sie wieder in das Buch ein und entzieht sich so nach und nach den Blicken der Zuschauer, bis sie schließlich ganz in dem Buch verschwunden ist. Idee und Realisation: Joëlle Abgrall u. Richard Bargel / Choreographie und Tanz: Joëlle Abgrall / Musik: Natasha Pederson (English Horn, Percussion) und Richard Bargel (Gesang, Dobro-Gitarre, Percussion).

2007 Mississippi Beat Konzertreihe

CharlieMusselwhite_Richard Bargel_FotoSONJA NIEMEIER.jpgDie Konzertreihe wurde von Richard Bargel aus Anlass einesHolmesBrothers_Plakat_FotoMEYERORIGINALS.jpg bevorstehenden Duo-Konzertes mit der amerikanische Blues-Legende Charlie Musselwhite in der Kölner Jazzlocation „Altes Pfandhaus“ ins Leben gerufen. Aus dem Konzert-Titel „Mississippi Beat“ entstand die Idee zu weiteren Veranstaltungen dieser Art. In Cooperation mit dem Label MEYER RECORDS und dem DEUTSCHLANDFUNK, der die Konzerte für seine Sendung „Live on Stage“ mitschnitt, folgten in den nächsten Jahren:
2007 - MISSISSIPPI BEAT/PART 1: Charlie Musselwhite (USA) & Richard Bargel (D)
2008 - MISSISSIPPI BEAT/PART 2: The Masters Of The Blues Universe“ mit Brenda Boykin (USA), Keith Dunn (USA), Chris Rannenberg (D), Paul Shigihara (D), Richard Bargel (D), Ralf Grottian (D), Tommie Harris (USA), Kevin DuVernay (USA).
2009 - MISSISSIPPI BEAT/PART 3: Dr. Will & The Wizards (D)
2010 - MISSISSIPPI BEAT/PART 4: The Holmes Brothers (USA)
2013 - MISSISSIPPI BEAT/PART 5: The Erwin Helfer Boogie Trio (USA)

2008 Lesung: „Alte Männer braucht das Land!“

Lesung_Alte_Maenner_braucht_das_Land_FotosMEYERORIGINALS.jpgGemeinsam liest es sich besser, dachte sich Richard Bargel und trommelte ein paar alte Weggefährten zu einer ungewöhnlichen Lese-Show zusammen, die dann im Bonner „Pantheon-Theater“, in der Kölner Kultur-Location „Altes Pfandhaus“ und in einigen weiteren Kulturstätten stattfanden.

Auszug aus der Presse-Mitteilung: „Alte Männer braucht das Land!“:

" Mit diesem wahrhaft ketzerischen Ruf betreten drei ergraute deutsche Autoren und ein französischer Chansonier, an dem die Zeit kaum ein graues Haar lassen mochte, die Arena des „Alten Pfandhaus“ zu Köln um sich in Wort und Witz und Sang auf eine gewagte Expedition in das Innere der Alterspyramide zu begeben. Gebeugt aber aufrecht, kurzsichtig aber belesen, schwerhörig aber laut: in den Gängen des maroden Bauwerks stoßen der Bestseller-Autor GISBERT HAEFS, der Kölner Kult-Autor RICH SCHWAB und der Nichtnur-Autor RICHARD BARGEL auf so manch merkwürdige Abstrusitäten an denen das Publikum seine gemeine Schadenfreude haben wird. Mag die von der Alterstaubheit arg gebeutelten Autoren auch der finale Gehörsturz ereilen, wenn der Bonner Pantheon-erprobte Chansonsänger JEAN FAURE seine frivolen Lieder anstimmt und somit die drei Schandmäuler hin und wieder zum Verstummen bringt - vielleicht erobert der alte Haudegen damit sogar noch einige Damenherzen - die Mehrheit der weiblichen Gäste aber wird wohl eher dem jung-männlichen Charme seines Pianisten HEDAYET DJEDDIKAR erliegen.
Hinweis der Autoren: Sollte die Lesung vielleicht erst nach Mitternacht enden, liegt es schlichtweg daran: Alte Männer werden später müde und müssen früher ins Bett!

www.alte-maenner-braucht-das-land.de

2009 – 2012 „Men In Blues“ mit Klaus „Major“ Heuser

Men_In_Blues_Bargel_und_Heuser_FotoMEYERORIGINALS.jpgEnde 2008 trafen sich Ex-BAP-Gitarrist Klaus „Major“ Heuser und Richard Bargel bei einer Talkshow der Kabarettistin Anka Zink in der Bonner „Harmonie“. Man spielte zusammen und fand hinterher, dass man dies noch einmal machen sollte. Es dauerte jedoch ein ganzes Jahr bis der Vorsatz umgesetzt wurde. Ende 2009 lud Bargel den Gitarristen Heuser zu einer seiner Veranstaltungen und da dieses gemeinsame Konzert so viel Spaß machte, entschloss man sich weiterhin gemeinsame Sache zu machen. Die „Men in Blues“ waren geboren. Bald schon, zum ersten ausverkauften Konzert im Bonner „Pantheon Theater“ stießen noch Bassist Sascha Delbrouck und Trommler Markus Rieck hinzu, zwei Jahre später trat dann noch Keyborder Matthias Krauss der Band bei. Zweieinhalb Jahre dauerte die erfolgreiche Zusammenarbeit mit über 200 Konzerten vor meist ausverkauften Häusern, zwei produzierten CDs und jeder Menge begeisterter Fans quer durch Deutschland. Ein Hörsturz Bargels im September 2012 beendete abrupt das Projekt. Beide Protagonisten mussten von nun an getrennte Wege zu gehen

2010 Film-Musik für „Dad Or A Live“

Film_Dad_Or_A_Live_Flyer.jpgDer 94-minütige Film des Bonner Regie-Teams Sandra Van Slooten und Volker Maria Engel ist ein Road-Movie jenseits des amerikanischen Traums. Er erzählt von einer geplatzten Verabredung, von einer schweren Entscheidung und einer langen Reise durch ein riesiges Land, von der mexikanischen bis zur kanadischen Grenze. Auf der Suche nach dem abgetauchten Vater begegnen Sandra in die Jahre gekommene Surfer und Hippies, Halbgeschwister mit Indianerblut und strenge Mormonen. Je mehr sich das Auto dem Ziel nähert, umso mehr lüften sich gut gehütete Geheimnisse. Nach 2500 Kilometern kommt es zum Showdown. RichardBargel_SandraVanSlooten_FotoMEYERORIGINALS.jpg
WolfgangFeder_FotoMEYERORIGINALS.jpgRichard Bargel hat für den Film ganze fünfunddreißig Soundtracks komponiert und selbst eingespielt. In enger Teamarbeit haben er und Wolfgang Feder vom Studio Tontechnik Feder in Köln ein klanglich herausragendes Werk an Film-Musik geschaffen. Bargel schöpfte dabei aus dem reichen Repertoire amerikanischer Roots- und Folk-Musik. Sein sensibles Spiel auf Dobro- und Akustikgitarren trägt in hohem Maße mit zur Authentizität und Poesie der eindrucksvollen Bilder dieses Dokumentarfilms bei.
Der Film wurde ausgezeichnet beim Doku-Wettbewerb des Bayerischen Rundfunks & Telepool. Gefördert wurde er von der Filmstiftung NRW und dem Berlinale Talent Campus.

FilmFestivAmsterdam_Trailer_DadOrALife.jpg2011 wurde "Dad Or A Life" zwei Mal auf dem renommierten Dokumentarfilmfestival IDFA,dem "International Dokumentary Film Festival Amsterdam", gezeigt, u. a. im renommierten "Tuchinski"-Filmpalast, der wegen seiner original erhaltenen Art-Deko- und Jugendstil-Innenarchitektur über die Grenzen der Niederlande hinaus berühmt ist. Das enge, harmonische Zusammenwirken von Musik und Bildern veranschaulicht der für das IDFA produzierte Film-Trailer. Mit einem Klick auf linkes Bild kann der Film-Trailer angeschaut werden.